4,9 auf Google

Knochenaufbau fürs Implantat: Kosten und Methoden

Reine Privatleistung, null Kassenzuschuss

Knochenaufbau Implantat Kosten: 300 bis 1.400 EUR je nach Verfahren. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt davon nichts.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Ein Knochenaufbau (Augmentation) ist nötig, wenn der Kieferknochen für ein Implantat nicht ausreicht. Je länger ein Zahn fehlt, desto wahrscheinlicher der Eingriff.
  • check Die Kosten hängen vom Verfahren ab: Ein Sinuslift kostet 300 bis 1.400 Euro. Die Gesamtkosten mit Implantat liegen bei 2.500 bis 5.900 Euro.
  • check Die Krankenkasse übernimmt den Knochenaufbau nicht. Er ist eine reine Privatleistung.
  • check Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt Zahnersatz und Knochenaufbau bis zu 100 Prozent der Kosten.
  • check Alternativen wie Kurzimplantate oder Zahnbrücken kommen infrage, wenn kein Knochenaufbau gewünscht ist.
Knochenaufbau fürs Implantat: Kosten und Methoden
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

Logo Allianz
Logo Bayerische
Logo Concordia
Logo Deutsche Familienversicherung
Logo DKV
Logo vigo Krankenversicherung
Logo Gothaer
Logo HanseMerkur
Logo Janitos
Logo Landeskrankenhilfe
Logo Münchener Verein
Logo Nürnberger
Logo SDK
Logo Stuttgarter
Logo UKV Union Krankenversicherung
Logo Württembergische

Inhaltsverzeichnis

1. Wann ist ein Knochenaufbau nötig?

Ein Zahnimplantat braucht ausreichend Kieferknochen, um stabil einzuwachsen. Fehlt dieser Knochen, kann der Zahnarzt das Implantat nicht sicher verankern. In diesem Fall ist ein Knochenaufbau (Augmentation) nötig, bevor oder gleichzeitig mit der Implantation.

Der häufigste Grund für Knochenverlust ist ein fehlender Zahn. Ohne den Kaudruck bildet sich der Kieferknochen zurück. Je länger ein Zahn fehlt, desto wahrscheinlicher wird ein Knochenaufbau vor dem Implantat. Besonders in den ersten drei bis sechs Monaten nach einer Zahnentfernung schreitet der Abbau schnell voran. Auch Parodontitis, Rauchen, Diabetes und Osteoporose können den Kieferknochen schwächen.

Wer ein Zahnimplantat bei wenig Knochen plant, hat grundsätzlich zwei Optionen: entweder den Knochen vorher aufbauen oder eine Sofortimplantation direkt nach der Zahnentfernung prüfen lassen. Bei einer Sofortimplantation ist der Knochen oft noch ausreichend vorhanden, sodass ein separater Knochenaufbau entfallen kann. Ob das möglich ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Lassen Sie sich frühzeitig beraten, wenn ein Zahn entfernt werden muss. Je schneller Sie handeln, desto geringer ist das Risiko für einen aufwendigen und teuren Knochenaufbau.

Quellen: BZÄK GOZ-Kommentar (Knochenmanagement)

2. Verfahren und Kosten im Überblick

Wie teuer ein Knochenaufbau wird, hängt vor allem vom Verfahren ab. Die Spanne reicht von 150 Euro für eine einfache Knochenanlagerung bis rund 5.500 Euro für ein Beckenkammtransplantat. Der Zahnarzt wählt die Methode je nach Lage und Ausmaß des Knochendefekts. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt diese Kosten bis zu 100 Prozent; welche Leistungen und Beiträge dahinterstehen, zeigt unsere Spar-Übersicht für Krone, Brücke und Implantat. Drei ausgesuchte Tarife für Zahnersatz, die Knochenaufbau und Implantat mitversichern - dazu eine durchgerechnete Beispielrechnung.

Knochenaufbau-Verfahren mit Kosten

Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Verfahren und ihre Preisspannen. Alle Kosten verstehen sich als Richtwerte für den reinen Knochenaufbau, ohne Implantat und Krone.

Verfahren Kosten Ø typischer Fall Typischer Einsatz
Knochenanlagerung (Knochenspäne) 150-430 € ca. 300 € Kleine Defekte, dünner Kieferkamm
Interner Sinuslift 300-600 € ca. 450 € Oberkiefer, Restknochen ab 5-6 mm
Externer Sinuslift 800-1.400 € ca. 1.100 € Oberkiefer, Restknochen unter 5 mm
Knochenblock-Transplantat 700-1.250 € ca. 950 € Größere Defekte, Eigenknochen aus Kiefer
Bone Splitting 1.000-1.500 € ca. 1.200 € Zu schmaler Kieferkamm
Distraktionsosteogenese 1.300-1.800 € ca. 1.500 € Vertikaler Knochenaufbau
Beckenkammtransplantat ca. 5.000-5.500 € ca. 5.200 € Schwerer Knochenverlust, stationär

Im Oberkiefer kommt besonders häufig ein Sinuslift zum Einsatz. Dabei wird die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben, um Platz für Knochenersatzmaterial oder Eigenknochen zu schaffen. Bei ausreichendem Restknochen (mindestens 5 bis 6 mm) reicht oft ein interner Sinuslift, der schonender und günstiger ist. Bei weniger Restknochen wird ein externer Sinuslift nötig, der als separate Operation durchgeführt wird.

Material und GOZ-Positionen

Neben dem Eingriff selbst fallen Kosten für das Knochenersatzmaterial an. Eigenknochen gilt als Goldstandard und wird aus dem Kinn oder Kieferbereich entnommen. Alternativ verwenden Zahnärzte xenogenes Material (z. B. aus Rinderknochen) oder synthetische Materialien wie Hydroxylapatit. Der Zahnarzt rechnet den Knochenaufbau über die GOZ-Positionen 9100 (Augmentation), 9110 (Sinuslift) und 9140 (intraorale Knochenentnahme) ab. Der Steigerungsfaktor liegt in der Regel zwischen 2,3- und 3,5-fach. In besonderen Fällen kann der Faktor auch bis 5,0 betragen.

Quellen: BZÄK GOZ-Kommentar

3. Gesamtkosten: Implantat mit Knochenaufbau

Die Kosten für den Knochenaufbau allein sind nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommen Diagnostik, das Implantat selbst, das Abutment (Verbindungsstück) und die Krone. Was kostet ein Zahnimplantat mit Knochenaufbau insgesamt? In der Regel liegen die Gesamtkosten zwischen 2.500 und 5.000 Euro pro Implantat.

Einzeitig oder zweizeitig?

Ein wichtiger Kostenfaktor ist die Frage, ob Knochenaufbau und Implantat gleichzeitig gesetzt werden können. Bei kleinen Defekten ist das oft möglich und verkürzt die Gesamtbehandlungszeit. Bei größeren Defekten muss der Knochen erst heilen, bevor das Implantat eingesetzt wird. Diese zweizeitige Behandlung dauert insgesamt 9 bis 18 Monate und verursacht in der Regel höhere Kosten, weil zwei separate Eingriffe nötig sind.

Zwei Rechenbeispiele

An zwei konkreten Szenarien wird deutlich, wie sich die Kosten zusammensetzen. Die Aufschlüsselung zeigt, welche Positionen in die Gesamtrechnung einfließen.

Rechenbeispiel 1: Einzelimplantat mit internem Sinuslift (mittleres Szenario). Die Gesamtkosten liegen bei 2.600 bis 4.350 Euro. Sie setzen sich zusammen aus Diagnostik (150-300 Euro), internem Sinuslift (400-600 Euro), Knochenersatzmaterial und Membran (150-350 Euro), Implantat setzen (900-1.500 Euro), Abutment (200-400 Euro) und Keramikkrone (800-1.200 Euro).

Rechenbeispiel 2: Implantat mit externem Sinuslift (aufwendiges Szenario). Hier liegen die Gesamtkosten bei 3.650 bis 5.900 Euro. Die Positionen: Diagnostik (200-400 Euro), externer Sinuslift (800-1.400 Euro), Material und Membran (250-500 Euro), dann eine Wartezeit von 4 bis 6 Monaten. Danach folgen Implantat setzen (1.200-1.800 Euro) sowie Abutment und Krone (1.200-1.800 Euro).

Zum Vergleich: Im Musterfall der Stiftung Warentest lagen die Kosten für ein Implantat mit Knochenaufbau bei 4.639 Euro. Das entspricht einem mittleren bis gehobenen Szenario und gibt eine gute Orientierung für die Finanzplanung.

🛡️

Knochenaufbau selbst zahlen? Muss nicht sein.

Im Musterfall der Stiftung Warentest sind es 4.639 Euro - und am Knochenaufbau beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse nicht. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt davon bis zu 100 Prozent. Wir haben aus über 150 Tarifen drei ausgewählt, die den Knochenaufbau mitversichern, darunter den Testsieger von Stiftung Warentest.

Implantat-Kosten senken

Eine vollständige Übersicht aller Kostenbestandteile eines Zahnimplantats finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat Kosten 2026: Was Sie wirklich bezahlen .

Quellen: BZÄK GOZ-Kommentar | Stiftung Warentest

4. Zahlt die Krankenkasse den Knochenaufbau?

Die Antwort ist eindeutig: Nein. Ein Knochenaufbau ist eine reine Privatleistung. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten nicht, auch wenn der Knochenaufbau medizinisch notwendig ist. Ausnahmen gelten nur bei Unfällen oder Tumorerkrankungen, hier entscheidet die Krankenkasse im Einzelfall.

Was die Krankenkasse allerdings zahlt, ist der Festzuschuss auf die Regelversorgung. Dieser Zuschuss bezieht sich auf den Zahnersatz (z. B. Brücke oder Prothese), nicht auf das Implantat oder den Knochenaufbau selbst. Der Festzuschuss beträgt 60 Prozent der Regelversorgungskosten. Mit einem lückenlos geführten Bonusheft steigt der Zuschuss auf 70 Prozent (nach 5 Jahren) oder 75 Prozent (nach 10 Jahren).

Konkret bedeutet das am Beispiel eines fehlenden Eckzahns: Ohne Bonus erhalten Sie 791 Euro Festzuschuss, mit 5 Jahren Bonusheft 923 Euro und mit 10 Jahren Bonusheft 989 Euro. Für Versicherte mit geringem Einkommen (unter 1.582 Euro monatlich bei Alleinstehenden) gibt es die Härtefallregelung, die den doppelten Festzuschuss von 1.319 Euro vorsieht.

Auch mit dem höchsten Festzuschuss bleibt eine erhebliche Lücke. Bei Gesamtkosten von 2.500 bis 5.000 Euro für Implantat und Knochenaufbau müssen Sie den Großteil selbst tragen. Diese Finanzierungslücke lässt sich mit einer Zahnzusatzversicherung deutlich verkleinern.

Was die Krankenkasse bei Zahnimplantaten genau übernimmt, erklärt unser Ratgeber Zahnimplantat Krankenkasse: GKV-Zuschuss und Erstattung .

Quellen: KZBV | KZBV FZ-Kompendium

5. Zahnzusatzversicherung bei Knochenaufbau

Für den Knochenaufbau leistet die gesetzliche Krankenkasse nicht - er gehört nicht zur Regelversorgung. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt diese Kosten dagegen bis zu 100 Prozent. Wir haben dafür drei Tarife ausgewählt, die den Knochenaufbau ausdrücklich mitversichern. Sie unterscheiden sich in ihren Leistungen und passen dadurch zu unterschiedlichen Anforderungen. Alle drei stellen wir Ihnen hier vor.

Drei Tarife für Implantat und Knochenaufbau

Was alle drei verbindet: Sie zahlen vom ersten Tag an, eine Wartezeit hat keiner, und Knochenaufbau, Implantat und Krone sind bei jedem mitversichert. Worin sie sich unterscheiden, ist unter anderem, wie viel sie beim Zahnersatz erstatten, wie schnell die volle Leistung erreicht ist und was sie darüber hinaus abdecken.

Der Münchener Verein ZahnGesund 75+ leistet sogar dann, wenn Ihnen bereits ein Zahn fehlt - für den Ersatz eines bei Vertragsschluss fehlenden Zahns, solange Ihr Zahnarzt die Behandlung noch nicht angeraten hat. Für die Leser dieses Artikels ist das der entscheidende Punkt, denn ein Knochenaufbau wird meist genau dort nötig. Er erstattet 75 Prozent der Kosten für Zahnersatz, Zahnbehandlungen zu 100 Prozent und die professionelle Zahnreinigung bis 150 Euro im Jahr. Der Beitrag beginnt bei 18,90 Euro monatlich bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren.

Die Allianz Mein Zahnschutz 90 ist im Handelsblatt-Ranking mit 100 von 100 Punkten als exzellent bewertet. Sie erstattet 90 Prozent der Kosten für Zahnersatz. Ihre volle Leistung erreichen Sie hier am schnellsten: schon ab dem vierten Versicherungsjahr gibt es keine Begrenzung mehr. Die professionelle Zahnreinigung erstattet sie zu 100 Prozent, ohne eine eigene Obergrenze. Der Beitrag beginnt bei 23,58 Euro monatlich bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren.

Stiftung Warentest hat die Deutsche Familienversicherung Zahnschutz Exklusiv 100 zum Testsieger gekürt, mit der Note sehr gut. Sie erstattet 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz - nach der Vorleistung Ihrer Krankenkasse bleibt für Knochenaufbau, Implantat und Krone nichts mehr offen. Sie hat außerdem die höchsten Erstattungsgrenzen der drei Tarife, was bei einem aufwendigen Eingriff mit externem Sinuslift den Ausschlag gibt. Der Beitrag beginnt bei 37,70 Euro monatlich bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren. Solange Sie keine herausnehmbare Voll- oder Teilprothese tragen, steht Ihrer Aufnahme nichts im Weg - weitere Gesundheitsfragen stellt die Deutsche Familienversicherung nicht.

Was jeder dieser Tarife im Einzelnen leistet und was er kostet, steht mit allen Leistungen und Beiträgen auf unserer Vergleichsseite. Alle Leistungen der drei Tarife im direkten Vergleich - dazu eine durchgerechnete Beispielrechnung für ein Implantat mit Krone.

Jede Zahnzusatzversicherung hat eine Zahnstaffel: In den ersten Versicherungsjahren ist der erstattbare Betrag begrenzt, er wächst mit jedem Jahr und fällt danach ganz weg - bei der Allianz ab dem vierten, bei den beiden anderen ab dem fünften Versicherungsjahr. Je früher der Vertrag beginnt, desto höher ist deshalb der Betrag, den Sie im Behandlungsfall erstattet bekommen. Die Beträge gelten dabei für die ersten Versicherungsjahre zusammen, nicht als Budget, das sich jedes Jahr neu füllt.

Ein Punkt, der viele Leser dieses Artikels betrifft: Knochenschwund entsteht meist dort, wo ein Zahn schon länger fehlt. Der Befund steht dann oft bereits fest. Für genau diesen Eingriff kommt ein neuer Vertrag zu spät, daran ändert kein Tarif etwas. Sinnvoll ist der Abschluss trotzdem, nur mit anderem Ziel: Er sichert ab, was an Ihren übrigen Zähnen später einmal nötig wird, solange dort noch keine Behandlung angeraten ist. Sie müssen sich über den nächsten Fall dann keine Gedanken mehr machen.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Beim Knochenaufbau entscheiden nicht die üblichen Vergleichskriterien, sondern zwei Punkte, die genau zu diesem Eingriff gehören. Prüfen Sie sie in dieser Reihenfolge.

  • Erstattungshöhe: Sie bestimmt, wie viel der Tarif von der Rechnung übernimmt. Bei diesen Summen macht das einen vierstelligen Unterschied.
  • Zahnstaffel und Zeitpunkt: Knochenaufbau und Implantat zählen beide auf dieselbe Staffel, und die gilt kumuliert. Je näher der Eingriff, desto wichtiger sind hohe Grenzen von Anfang an oder eine Staffel, die früh ausläuft.

Was bleibt mit Versicherung?

Rechnen wir das mittlere Szenario durch: Einzelimplantat mit internem Sinuslift, Gesamtkosten 2.600 bis 4.350 Euro. Beim 100-Prozent-Tarif der Deutschen Familienversicherung liegt die Grenze nach drei Versicherungsjahren bei 5.250 Euro. Der Zahnersatz-Teil der Rechnung passt damit hinein: Knochenaufbau, Implantat, Abutment und Krone werden voll erstattet, für Sie bleibt bei diesen Posten nichts offen. Die Diagnostik im Vorfeld (150 bis 300 Euro) zählt nicht zum Zahnersatz und ist in dieser Rechnung deshalb nicht enthalten.

Beim aufwendigen Szenario mit externem Sinuslift (3.650 bis 5.900 Euro) kommt es auf den Zeitpunkt an. Nach vier Versicherungsjahren liegt die Grenze bei 7.000 Euro, dann ist auch der teuerste Fall vollständig gedeckt. Bei den beiden anderen Tarifen richtet sich die Erstattung nach dem Prozentsatz, sobald die Staffel ausgelaufen ist - bei der Allianz ab dem vierten, beim Münchener Verein ab dem fünften Jahr. Wer den Eingriff früher erwartet, achtet deshalb vor allem auf die Höhe der Staffel in den ersten Jahren.

Wichtig ist vor allem, wie lange der Vertrag beim Eingriff schon läuft: Je früher er begonnen hat, desto höher ist der Betrag, den die Versicherung von der Rechnung übernimmt. Auf die Terminplanung sollten Sie dagegen wenig setzen: Wer Knochenaufbau und Implantation auf zwei Versicherungsjahre verteilt, bekommt kein zweites Budget, sondern nur die Differenz zur nächsten Staffelstufe hinzu. Wer den Eingriff noch vor sich hat und noch keinen Befund kennt, hat dabei die größte Auswahl.

🛡️

Knochenaufbau selbst zahlen? Muss nicht sein.

Wie viel die Versicherung von Ihrer Rechnung trägt, entscheidet der Abstand zwischen Vertragsbeginn und Eingriff. Läuft der Vertrag früh genug, sind Knochenaufbau, Implantat und Krone bis zu 100 Prozent erstattet - und die übrigen Zähne sind für den nächsten Fall gleich mit abgesichert. Unter den drei Tarifen, die wir dafür ausgesucht haben, ist der im Handelsblatt-Ranking mit 100 von 100 Punkten als exzellent bewertete Tarif der Allianz.

Implantat-Kosten senken

6. Alternativen zum Knochenaufbau

Nicht jeder Patient möchte oder kann sich einem Knochenaufbau unterziehen. Es gibt Behandlungsalternativen, die bei eingeschränktem Knochenangebot infrage kommen. Allerdings eignet sich jede Option für eine andere Ausgangslage.

  • Kurzimplantate: Diese Implantate sind kürzer als Standard-Implantate und benötigen weniger Knochen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn nur wenig Kieferknochen vorhanden ist, aber ein Implantat bevorzugt wird.
  • All-on-4-Konzept: Bei diesem Verfahren werden vier Implantate schräg in den vorhandenen Knochen gesetzt und tragen eine festsitzende Prothese. Der Sinuslift wird durch die Schrägstellung umgangen. Dieses Konzept kommt vor allem bei zahnlosen Kiefern zum Einsatz.
  • Zahnbrücke: Eine Brücke benötigt keinen Kieferknochen, da sie auf den Nachbarzähnen verankert wird. Dafür müssen die Nachbarzähne beschliffen werden, was gesunde Zahnsubstanz kostet.

Welche Alternative infrage kommt, hängt vom individuellen Befund ab. Lassen Sie sich die Optionen im Beratungsgespräch erklären und vergleichen Sie die langfristigen Kosten. Ein Implantat mit Knochenaufbau ist zwar teurer, bietet aber in der Regel die höchste Haltbarkeit und schont die Nachbarzähne.

Wer Implantatbehandlungen im Ausland als Kostensparmaßnahme erwägt, findet alle wichtigen Informationen in unserem Ratgeber Zahnimplantat im Ausland: Kosten, Ländervergleich und Risiken .

Quellen: BZÄK GOZ-Kommentar (Knochenmanagement)

7. Fazit: Knochenaufbau lohnt sich langfristig

Ein Knochenaufbau fürs Implantat kostet je nach Verfahren zwischen 300 und 5.000 Euro. Zusammen mit dem Implantat und der Krone liegen die Gesamtkosten in der Regel bei 2.500 bis 5.000 Euro. Im aufwendigen Szenario mit externem Sinuslift können es bis zu 5.900 Euro werden.

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt den Knochenaufbau nicht. Der Festzuschuss deckt nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ab. Eine Zahnzusatzversicherung mit 100 Prozent Erstattung übernimmt Implantat und Knochenaufbau dagegen vollständig, solange die Zahnstaffel den Fall abdeckt. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: Je länger der Vertrag beim Eingriff schon läuft, desto mehr von der Rechnung ist abgedeckt.

Wann der Eingriff ansteht, verändert die Ausgangslage. Steht er erst in vielen Jahren an, spielt die Höhe der ersten Versicherungsjahre kaum noch eine Rolle, weil die Begrenzung bis dahin ohnehin weggefallen ist. Und wer noch keinen Befund hat, hat die freie Auswahl - das ändert sich mit dem ersten Heil- und Kostenplan.

Welche Möglichkeiten es gibt, die hohen Implantatkosten zu finanzieren, zeigt unser Ratgeber Zahnimplantat finanzieren: alle Optionen im Überblick .

Welcher der drei Tarife zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie schnell der Eingriff kommt und wie hoch die Rechnung ausfallen wird, die abgesichert sein soll. In unserem Tarifvergleich sehen Sie, wie viel jeder der drei Tarife beim Knochenaufbau zahlt - und ab welchem Versicherungsjahr ein Fall in der Größenordnung von 4.000 bis 5.900 Euro vollständig getragen ist.

8. Häufige Fragen

Die Kosten für einen Knochenaufbau liegen je nach Verfahren zwischen 300 und 5.000 Euro. Eine einfache Knochenanlagerung kostet 150 bis 430 Euro, ein interner Sinuslift kostet 300 bis 600 Euro, ein externer Sinuslift 800 bis 1.400 Euro.

Die große Spanne erklärt sich durch die unterschiedlichen Verfahren und den Umfang des Knochendefekts. Hinzu kommen Kosten für Knochenersatzmaterial und die Membran. Die Gesamtkosten für ein Implantat mit Knochenaufbau liegen in der Regel bei 2.500 bis 5.000 Euro.

Lassen Sie sich vor der Behandlung einen detaillierten Heil- und Kostenplan erstellen, damit Sie die Kosten für Ihre individuelle Situation genau kennen.

Nein, ein Knochenaufbau ist eine reine Privatleistung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese Kosten nicht. Ausnahmen gelten nur bei Unfällen oder Tumorerkrankungen.

Was die Kasse zahlt, ist der Festzuschuss auf die Regelversorgung. Dieser liegt bei 60 Prozent, mit Bonusheft bei 70 oder 75 Prozent. Bei einem fehlenden Eckzahn erhalten Sie je nach Bonusstufe zwischen 791 und 989 Euro. Das deckt nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ab.

Prüfen Sie eine Zahnzusatzversicherung, die Knochenaufbau und Implantate erstattet. Je früher der Vertrag beginnt, desto höher ist der Betrag, den Sie im Behandlungsfall erstattet bekommen.

Ja, bei kleinen Knochendefekten ist eine gleichzeitige Behandlung oft möglich. Das verkürzt die Gesamtbehandlungszeit und spart in der Regel einen separaten Eingriff.

Ob der Knochenaufbau und das Implantat in einer Sitzung gesetzt werden können, hängt vom Ausmaß des Defekts ab. Bei größeren Defekten muss der Knochen erst 3 bis 6 Monate heilen, bevor das Implantat folgt. Diese zweizeitige Behandlung dauert insgesamt 9 bis 18 Monate und ist in der Regel teurer.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob in Ihrem Fall eine einzeitige Behandlung infrage kommt, denn das spart Zeit und häufig auch Kosten.

Die Heilungsdauer hängt vom Verfahren ab. Bei einer einfachen Knochenanlagerung rechnen Sie mit 3 bis 4 Monaten, bei einem internen Sinuslift mit 3 bis 6 Monaten.

Ein externer Sinuslift oder ein Knochenblock-Transplantat benötigt 4 bis 8 Monate Heilungszeit. Bei einem Beckenkammtransplantat vergehen sogar 6 bis 12 Monate, bis das Implantat gesetzt werden kann. Erst wenn der aufgebaute Knochen stabil eingeheilt ist, kann die Implantation erfolgen.

Planen Sie die Behandlung mit ausreichend Vorlaufzeit und besprechen Sie den Zeitplan frühzeitig mit Ihrem Zahnarzt, damit Sie auch die Versicherungsfrage rechtzeitig klären können.

Nicht jeder Tarif erstattet den Knochenaufbau, und die Höhe unterscheidet sich stark. Wir empfehlen drei Tarife, die Knochenaufbau und Implantate ausdrücklich mitversichern: die Deutsche Familienversicherung Zahnschutz Exklusiv 100 mit 100 Prozent, die Allianz Mein Zahnschutz 90 mit 90 Prozent und den Münchener Verein ZahnGesund 75+ mit 75 Prozent.

Die Beiträge beginnen bei 18,90 Euro (75 Prozent), 23,58 Euro (90 Prozent) und 37,70 Euro monatlich (100 Prozent), jeweils bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren. Knochenaufbau und Implantat zählen dabei auf dieselbe Zahnstaffel. Deren Beträge gelten für die ersten Versicherungsjahre zusammen, nicht pro Jahr neu, und nach den ersten Jahren fällt die Grenze weg. Bei der Deutschen Familienversicherung liegt sie mit 1.750 Euro im ersten und 7.000 Euro nach vier Jahren am höchsten.

Achten Sie beim Vergleich also nicht nur auf den Prozentsatz, sondern auch auf die Zahnstaffel. Je früher der Vertrag beginnt, desto höher ist der Betrag, den Sie erstattet bekommen.

Ja, es gibt drei gängige Alternativen: Kurzimplantate, das All-on-4-Konzept und die klassische Zahnbrücke. Alle drei kommen ohne oder mit deutlich weniger Knochenaufbau aus.

Kurzimplantate benötigen weniger Knochen als Standard-Implantate und eignen sich bei leichtem Knochenverlust. Beim All-on-4-Konzept werden vier Implantate schräg in den vorhandenen Knochen gesetzt, um einen Sinuslift zu umgehen. Eine Zahnbrücke braucht gar keinen Kieferknochen, erfordert aber das Beschleifen gesunder Nachbarzähne.

Lassen Sie sich erklären, welche Option zu Ihrem individuellen Befund passt. Ein Implantat mit Knochenaufbau bietet in der Regel die höchste Haltbarkeit und schont die Nachbarzähne.

Der Eingriff selbst ist dank lokaler Betäubung in der Regel schmerzfrei. Nach der Operation treten häufig Schwellungen und leichte bis mäßige Schmerzen auf, die einige Tage anhalten können.

Die Intensität hängt vom Verfahren ab. Ein interner Sinuslift ist weniger belastend als ein externer Sinuslift oder ein Knochenblock-Transplantat. Ein Beckenkammtransplantat wird stationär unter Vollnarkose durchgeführt und hat eine längere Erholungsphase. Ihr Zahnarzt verschreibt Schmerzmittel für die Tage nach dem Eingriff.

Sprechen Sie vor der Behandlung offen über Ihre Bedenken. Ihr Zahnarzt kann Ihnen erklären, welches Verfahren in Ihrem Fall nötig ist und was Sie an Beschwerden erwarten können.

Knochenaufbau selbst zahlen? Muss nicht sein.

Beim Knochenaufbau leistet die gesetzliche Krankenkasse nicht. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt bis zu 100 Prozent - heute und künftig.

Implantat-Kosten senken