5. Neues Implantat nach Entfernung: Was sind die Optionen?
Nach einer Explantation steht die Frage im Raum: Kann ein Zahnimplantat ausgetauscht werden? Die Antwort lautet in den meisten Fällen ja. Voraussetzung ist ausreichende Knochensubstanz. Ohne Knochenaufbau können Zahnärzte in der Regel nach 3 bis 6 Monaten ein neues Implantat setzen. Bei einer verzögerten Sofortimplantation verkürzt sich die Wartezeit auf etwa 6 bis 8 Wochen.
Dabei ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Muss nur die Krone ersetzt werden, weil etwa Keramik gebrochen ist, bleibt der Implantatkörper im Knochen. Das ist ein vergleichsweise einfacher und günstiger Vorgang. Muss dagegen der gesamte Implantatkörper entfernt und neu gesetzt werden, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff mit deutlich höherem Aufwand und Kosten.
Einheilungszeiten beim neuen Implantat
Wie lange das neue Implantat zum Einwachsen braucht, hängt von der Position im Kiefer ab:
- Unterkiefer: 2 bis 3 Monate Einheilungszeit
- Oberkiefer: 4 bis 6 Monate Einheilungszeit, da der Knochen hier weniger dicht ist
Gesamtkosten: Explantation bis neues Implantat
Wer das Implantat erneuern möchte, sollte die Gesamtkosten kennen. Ein neues Implantat inklusive Krone kostet 2.200 bis 4.200 Euro. Bei einer komplizierten Explantation mit Knochenaufbau und anschließender Re-Implantation summieren sich die Kosten auf 2.600 bis 4.160 Euro. Der GKV-Festzuschuss auf die Regelversorgung (Brücke) beträgt je nach Bonusheft 684 bis 855 Euro. Ohne Zahnzusatzversicherung bleibt ein Eigenanteil von 1.750 bis 3.500 Euro.
💡
Das neue Implantat selbst zahlen? Muss nicht sein.
Beim Zahnersatz nach einer Explantation trägt die gesetzliche Krankenkasse nur den Festzuschuss auf die Regelversorgung, den weit größeren Teil zahlen Sie aus der eigenen Tasche. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz, Implantat und Knochenaufbau eingeschlossen. Wir empfehlen dafür drei geprüfte Tarife, darunter den Testsieger von Stiftung Warentest.
Implantat-Kosten senken
Diese Lücke lässt sich absichern. Wir haben aus über 150 Tarifen drei ausgesucht, die Implantate und Knochenaufbau ausdrücklich mitversichern - genau die Posten, an denen die gesetzliche Krankenkasse am wenigsten trägt. Sie unterscheiden sich in ihren Leistungen und passen dadurch zu unterschiedlichen Anforderungen. Eine Wartezeit hat keiner der drei Tarife. Wichtig ist nur der Zeitpunkt: Für eine Behandlung, die Ihr Zahnarzt bereits angeraten hat, kommt der Abschluss zu spät - alles, was danach an Ihren übrigen Zähnen neu nötig wird, lässt sich absichern.
Auf unserer Vergleichsseite für Zahnersatz stehen die drei Empfehlungen mit ihren Leistungen, dazu eine Spar-Übersicht für Krone, Brücke und Implantat.
Was eine Zahnzusatzversicherung bei Implantat, Krone und Brücke übernimmt, zeigt diese Übersicht Behandlung für Behandlung
. So kennen Sie die Erstattung, bevor Sie sich für eine Neuversorgung entscheiden.
Der Münchener Verein ZahnGesund 75+ leistet sogar dann, wenn Ihnen bereits ein Zahn fehlt - für den Ersatz eines bei Vertragsschluss fehlenden Zahns, solange Ihr Zahnarzt die Behandlung noch nicht angeraten hat. Er erstattet 75 Prozent der Kosten für Zahnersatz. Bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren liegt der Beitrag bei 18,90 Euro monatlich.
Das Handelsblatt hat die Allianz Mein Zahnschutz 90 in seinem Ranking mit 100 von 100 Punkten bewertet, Wertung exzellent. Sie erstattet 90 Prozent der Kosten für Zahnersatz. Die Begrenzung der ersten Versicherungsjahre endet hier am schnellsten: Ab dem vierten Versicherungsjahr erstattet der Tarif ohne Grenze. Bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren zahlen Sie 23,58 Euro monatlich.
Stiftung Warentest hat die Deutsche Familienversicherung Zahnschutz Exklusiv 100 zum Testsieger gekürt, mit der Note sehr gut. Sie erstattet 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz - nach der Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse bleibt bei Zahnersatz nichts mehr offen. Auch hochwertige Füllungen, eine Wurzelbehandlung oder eine Parodontosebehandlung werden Ihnen voll erstattet. Bei einem Eintrittsalter von 40 Jahren kostet der Tarif 37,70 Euro monatlich.
Wie jede Zahnzusatzversicherung haben die drei Tarife eine Zahnstaffel: In den ersten Versicherungsjahren ist der erstattbare Betrag zusammengenommen begrenzt. Je früher der Vertrag beginnt, desto höher ist die Summe, die bis zur Behandlung zur Verfügung steht - und bis zur Neuversorgung vergeht nach einer Entfernung ohnehin die Zeit, die der Knochen zum Heilen braucht.
Was die drei Tarife im Einzelnen leisten, sehen Sie auf einen Blick:
Alle Leistungen der drei Empfehlungen im Detailvergleich, dazu eine Beispielrechnung für ein Implantat mit Krone
. So kennen Sie die Zahlen, bevor die Neuversorgung ansteht.
Alternativen zur Re-Implantation
Nicht immer muss es ein neues Implantat sein. Zwei Alternativen stehen zur Verfügung: Eine festsitzende Brücke nutzt die Nachbarzähne als Pfeiler und ist günstiger, erfordert aber deren Beschleifen. Eine herausnehmbare Teilprothese ist die kostengünstigste Variante, bietet jedoch weniger Komfort. Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, welche Option zu Ihrer Knochensituation und Ihrem Budget passt.
Quellen:
AWMF S3-Leitlinie 083-023 (periimplantäre Infektionen)
|
zahnarzt-finedent-duesseldorf.de